VW

Skandal weitet sich auf Bosch aus.

In den Abgasskandal von VW scheint nach Informationen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung der Automobilzulieferer Bosch massiv verwickelt zu sein. Das Stuttgarter Zuliefer Unternehmen soll demzufolge über viele Jahre hinweg genau die Steuersoftware mitentwickelt haben, welche für die Manipulationen an den Abgasausstößen verantwortlich ist .

Das sogenannte „defeat device“ gauckelte einen saubere Emissionswerte vor als sie es eigentlich waren, indem die Motoren erkannten, ob sie sich auf einem Prüfstand oder auf der Straße befanden. Diese Software wurde nun von Bosch-Ingenieuren offenbar jahrelang mitentwickelt und ihre Existenz gegenüber den Behörden verschleiert. Dem Zulieferer war dabei offenbar bekannt, dass derartige Abschalteinrichtungen verboten sind. Dies gehe aus einer in den USA vorliegenden Klageschrift von VW-Kunden gegen Bosch hervor. Bisher waren derartige Stellen geschwärzt, was nun aufgehoben wurde.

Bosch forderte aus der Haftung genommen zu werden.

In der Schrift fordert Bosch vom VW-Konzern, ihn von einer Haftung freizustellen. Denn die „geforderte Weiterentwicklung“ der Motorsteuerung werde dazu führen, „dass Daten möglicherweise als defeat device eingesetzt werden“.

Seit 2001 hat Bosch der Klageschrift zufolge das Motorsteuergerät EDC17 entwickelt, das später eine illegale Softwarefunktion unter dem Namen „Akustikfunktion“ enthielt. Die Kläger führen eine Reihe von Verträgen und weitere Dokumente an, die offensichtlich aus den offiziellen Ermittlungen gegen VW stammen. Sie sollen eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Autohersteller und dem Zulieferer seit 2004 belegen. Demnach hat VW die Software nicht alleine für seine Zwecke umschreiben können. Bosch habe die Kontrolle über die Software inklusive der Betrugsfunktionen immer „fest im Griff“ gehabt, heißt es in der Klageschrift. So sei auf Wunsch des Zulieferers in einer Vereinbarung vom 20. Februar 2006 festgehalten worden, dass nur 35 ausgewählte Mitarbeiter von VW und einer Vertragsfirma Einblick in „erweitere Softwarefunktionen“ erhielten – den Bereich also, wo der Betrug programmiert werden konnte. Änderungen in der Software, so die Kläger, hätten nur mit Zustimmung von Bosch erfolgen dürfen.

Manager von Audi wollten Schriftverkehr vermeiden.

In den jetzt im Klartext vorliegenden Stellen der Klage werden auch erhebliche Vorwürfe gegen Audi-Manager erhoben. Einer soll die Weiterentwicklung der Software angeregt haben. Ein weiterer Audi-Manager hat den Dokumenten zufolge in einer Mail zu den Abschalteinrichtungen darum gebeten, das Thema aufgrund der Vertraulichkeit nur telefonisch oder persönlich zu besprechen.

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