Deutschland fällt bei E-Mobilität zurück, China baut Vorsprung weiter aus

Foto: Roland Berger
Thank you for reading this post, don't forget to subscribe!Die weltweite Akzeptanz von E-Mobilen wächst trotz politischer und wirtschaftlicher Hürden kontinuierlich, wie der aktuelle EV Charging Index 2025 von Roland Berger zeigt. Die Studie, die auf einer Umfrage unter 12000 Befragten in 33 Ländern basiert, bewertet wichtige Elektromobilitätsmärkte anhand von Kriterien wie Marktgröße, Ladeinfrastruktur, Brancheninnovation und Kundenzufriedenheit. China behauptet sich erneut als Spitzenreiter, dicht gefolgt von Norwegen und den USA.
Inhaltsverzeichnis
Deutschland verliert bei der Elektromobilität an Boden
Während das Vereinigte Königreich dank starker Verkaufszahlen und verbesserter Ladeinfrastruktur auf Platz 4 vorrückt, rutscht Deutschland im Ranking auf Platz 5 ab. Dies ist maßgeblich auf den Absatzeinbruch nach dem Ende der staatlichen Förderungen im Januar 2024 zurückzuführen, der zu einem zweimaligen Rückgang der Marktanteile von Elektroautos führte. Positiv hervorzuheben ist jedoch der kontinuierliche Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, insbesondere bei Schnellladestationen, sowie Fortschritte bei Ladetechnologien wie Batteriewechselstationen und Vehicle-to-Grid (V2G)-Pilotprojekten. Roland Berger erwartet eine Trendwende für Deutschland im Jahr 2025.
Aufstrebende Märkte im Fokus
Abseits der etablierten E-Mobilitätsnationen zeigen jüngere Märkte erhebliches Wachstum. Länder wie Portugal und die Türkei verbessern sich signifikant und erreichen die obere Hälfte des Index. Auch Frankreich, das Vereinigte Königreich sowie diverse Länder in Südostasien (z.B. Thailand, Indonesien) und dem Nahen Osten verzeichnen große Fortschritte. Selbst Schwellenmärkte wie Brasilien und Indien holen auf. Obwohl diese Länder noch Nachholbedarf beim E-Auto-Anteil an Neuwagenverkäufen haben, punkten sie mit verbesserter Ladeversorgung, Technologie und Nutzerzufriedenheit. Südkorea bleibt ein wichtiger Akteur, verliert aber aufgrund geringer Kundenzufriedenheit mit dem Ladesystem.
E-Autos im Alltag angekommen
Die Gründe für den wachsenden Marktanteil von E-Autos sind vielfältig. Neben ökologischen Argumenten gewinnen zunehmend die günstigeren Betriebskosten im Vergleich zu Verbrennern an Bedeutung. In Asien-Pazifik und Nordamerika sind Kostenvorteile bereits entscheidender als Umweltaspekte. E-Autos sind zudem fest im Alltag verankert: 80 Prozent der Besitzer fahren über 10.000 Kilometer pro Jahr, und 73 Prozent nutzen ihre Fahrzeuge an mindestens vier Tagen pro Woche. Mit der zunehmenden Marktdurchdringung verschieben sich die Ladebedürfnisse. Der Anteil der Heimladungen sinkt leicht, da sich die Nutzergruppe über die Early Adopter mit privater Lademöglichkeit hinaus erweitert. Weltweit erfolgt etwa die Hälfte der Ladevorgänge außerhalb des Zuhauses. Für Ladesäulenbetreiber bedeutet dies, alle Ladetypen und Anwendungsfälle als wichtige Komponenten einer benutzerfreundlichen Infrastruktur zu berücksichtigen.
Hier gehts zur Studie [.pdf] EV Charging Index 2025 bei der Unternehmensberatung Roland Berger:









