Anzeige

Wenn in Deutschland die Nachricht, dass die Mineralölpreise gefallen sind, über die Nachrichtenticker läuft, ist normalerweise kurz darauf eine Reaktion an den Tankstellen zu vernehmen. Der Spritpreis fällt in der Regel deutlich. Außer in diesem Spätsommer und Herbst 2018. Da passiert trotz zum Teil erheblichen Preisverfall an den Rohölmärkten scheinbar gar nichts.

Märchen vom Niedrigwasser immer unglaubwürdiger

Woran das liegt, ist für alle ziemlich rätselhaft. Doch zunächst fanden die Mineralölkonzerne eine plausible Antwort, mit der die Bevölkerung bei Laune gehalten werden soll. Offenbar sei die Dürre, sprich der geringe Niederschlag in den vergangenen Monaten dafür verantwortlich, dass der Spritpreis so hoch sei. Schließlich folgert sich aus dem Niedrigwasser auf den bundesdeutschen Wasserstraßen, ein logistisches Problem. Der Transport von Kraftstoffen müsse auf die Schiene und auf die Straße verlagert werden, was zu höheren Logistikkosten führe (PKW Fokus berichtete mehrfach).

Dass dies nur – wenn überhaupt – die halbe Wahrheit ist, ließ der ADAC in regelmäßigen Presseveröffentlichungen wissen. Der Zusammenhang zwischen Spritpreis und Niedrigwasser sei zwar gegeben, aber in der Form, wie er sich an den Tankstellen darstellt, deutlich übertrieben.

Bürgerinnen und Bürger starten Versuch sich gegen die Spritpreise zur Wehr zu setzen

Dies sehen inzwischen auch die Pendlerinnen und Pendler so, und stellen sich die Frage, wie man gegen die Preisdominanz der Rohöl-Konzerne vorgehen könnte. Dabei hat sich in der vergangenen Woche eine Idee breit gemacht, die zwar öffentlichkeitswirksam wurde, aber kaum Auswirkungen auf die Konzerne haben dürfte. In den Sozialen Medien, etwa bei Facebook oder auch der Messenger App Whats App, wurde der folgende Aufruf verbreitet:

 „Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin und Dieselpreise Montag 26 November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags am 25. November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter, um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren.“

Experten zur Folge ist die Erkenntnis, dass die Preise zu hoch sind, zunächst einmal richtig und wichtig, die Protestaktion hingegen dürfte wirkungslos verpuffen. Im Gegenteil: Die Aktion könnte den Konzernen die Möglichkeit geben, die Spritpreise noch zu erhöhen. Am Tag vor der Protestaktion zum Beispiel.

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.