Foto: obs/ADAC/Michael Löwa“

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Wer sich mit der Mobilität auf dem Land beschäftig, der wird nicht selten mit vielen Vorurteilen konfrontiert werden. Abgehängt und ausgeschlossen gelten manche Regionen im Volksmund. Dabei ist dies keineswegs immer der Fall. Wie der ADAC herausfinden konnte, sind viele Landbewohner durchaus zufrieden mit der eigenen Mobilität.

ADAC Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker:

 „Es ist toll und für uns auch ein klein wenig überraschend, dass so viele Menschen auf dem Land mit ihrer Mobilität so zufrieden sind. Dennoch fühlen sich auch etliche abgehängt und ausgebremst, wünschen sich deutlich mehr Investitionen in innovative Mobilitätsangebote und schnelles Internet. Wir zeigen mit unserer Befragung deutlich auch, dass es einige benachteiligte Gruppen im ländlichen Raum gibt. Mobilität hat viel mit Daseinsvorsorge zu tun – dieser Aufgabe muss sich der Staat stellen und Angebote schaffen. Gerade der öffentliche Verkehr hat hier noch starkes Verbesserungspotenzial. Und klar ist: Ohne Auto geht auf dem Land auch in Zukunft so gut wie nichts.“

Zufriedenheit begünstigt durch die gute Erreichbarkeit relevanter Ziele

Gespeist wird die hohe Zufriedenheit vor allem durch die gute Erreichbarkeit relevanter Ziele, wenn auch meist mit dem Auto. Das Gefühl, abgehängt zu sein, teilt jedoch trotz der alles in allem guten Ergebnisse die Mehrheit der Befragten. Insgesamt wurden knapp 3.400 Interviews in Gemeinden mit maximal 150 Einwohnern pro Quadratkilometer geführt.

Die Auto- und Motorradfahrer (Motorisierter Individualverkehr, MIV) bilden die zufriedenste Gruppe unter den vier Mobilitätsarteten MIV, Öffentlicher Verkehr (ÖV), Fahrrad- und Fußverkehr. Die Mobilität auf dem Land wird extrem stark vom Pkw dominiert, er ist nahezu unverzichtbar. Fast jeder Befragte nutzt das Auto oder Krad mindestens gelegentlich, der Großteil sogar sehr häufig. Ein Unterschied ist jedoch bei den Altersgruppen erkennbar: 30- bis 64-Jährige sind mit MIV und ÖV erkennbar unzufriedener als die Älteren und die Jüngeren.

Öffentlicher Nahverkehr erhält die schlechtesten Bewertungen

Die schlechtesten Bewertungen bekommt der ÖV. Fast die Hälfte nutzt ihn überhaupt nicht, nicht einmal jeder Zehnte ist Vielfahrer (Nutzung an 100 Tagen und mehr im Jahr). Auch flexible Mobilitätsangebote wie Rufbusse oder Anrufsammeltaxis spielen auf dem Land derzeit noch kaum eine Rolle. Anders als bei den anderen Verkehrsarten gibt es bei der Bewertung des ÖV eklatante Unterschiede zwischen den Bundesländern. So schneiden Bus und Bahn in den alten Bundesländern deutlich schlechter ab als in Ostdeutschland. Die zufriedensten ÖV-Nutzer finden sich laut ADAC Untersuchung in Sachsen-Anhalt, dagegen landen Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz auf den hinteren Plätzen. Gründe für das schlechte Abschneiden des ÖV sind fehlende Direktverbindungen, unzureichende Taktung und die als zu lang empfundene Fahrdauer.

Fahrrad spielt als Verkehrsmittel untergeordnete Rolle

Das Fahrrad spielt nur eine untergeordnete Rolle auf dem Land: Dies vor allem deshalb, weil wichtige Ziele damit nicht in akzeptabler Zeit erreicht werden können. Um den Radverkehr weiter zu fördern, müssten nach Ansicht der Befragten die Radwege ausgebaut und in Schuss gehalten werden.

Wenn es um die Erreichbarkeit wichtiger Ziele wie die Arbeitsstätte geht, sind Erwachsene über 18 Jahre deutlich zufriedener als junge Menschen. Deren Urteil, wie gut sie die Schule, das Kino oder Sporteinrichtungen erreichen, fällt entsprechend schlechter aus. Generell bewerten Jugendliche die Erreichbarkeit von Zielen, die ihnen besonders wichtig sind, mit Abstand am schlechtesten.

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