Foto: Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe/ProMotor

Der Umsatz im Kfz-Gewerbe ist im Jahr 2018 um 2,6 % auf rund 179 Milliarden Euro gewachsen. Die Umsatzrendite allerdings ist signifikant gesunken, auf 1,0 bis 1,3 % im vorläufigen Durchschnitt. „Die nicht enden wollende Diesel-Diskussion und WLTP-Zulassungsprobleme haben dem Automobilhandel arg zugesetzt“, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski auf der Jahrespressekonferenz des Kfz-Gewerbes in Berlin. Druck auf die Gewinne gab es durch die Umweltprämien, von denen ein Teil vom Handel zu tragen ist. Hinzu kam das Risiko der Weitervermarktung von Euro 5-Dieseln.

Das ist nach einer ZDK-Umfrage im Handel nur mit Abschlägen bis zu 30 % und teilweise höher möglich. Außerdem traten die hoch subventionierten Neuwagen in Konkurrenz zum ertragsstärkeren Gebrauchtwagengeschäft.

Gebrauchtwagen-Umsatz ambivalent

Der Markenhandel setzte mit gebrauchten Pkw 57,26 Milliarden Euro um, ein Plus von 1,8 % gegenüber dem Vorjahr. Bei insgesamt weniger Besitzumschreibungen, aber weiterhin konstantem Marktanteil von 51 % lag das am höheren durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreis. Er ist im Jahr 2018 um 3,3 % auf 15.610 Euro gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Im freien Handel mit einem Marktanteil von 16 % brach der Umsatz mit gebrauchten Pkw um 10 % auf 9,08 Milliarden Euro ein. Der Marktanteil fiel um einen Prozentpunkt, der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis sank um drei Prozent auf 7.890 Euro, und die Zahl der Besitzumschreibungen ging um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Am Verkauf von Neufahrzeugen hatte der Markenhandel einen Anteil von 62,1 Prozent. Das sind 0,7 Prozentpunkte mehr als in 2017. Der Umsatz mit dem Verkauf der 2,135 Millionen Fahrzeuge stieg um 3,6 % auf 66,45 Milliarden Euro.

Das Wachstum ist auf den gestiegenen durchschnittlichen Neuwagenpreis und den höheren Marktanteil des Handels zurückzuführen, wie zum Beispiel im Privatmarkt und bei den Eigenzulassungen.

Servicegeschäft entwickelt sich äußerst positiv

Die schon gute Entwicklung im Servicegeschäft hat sich im Lauf des Jahres 2018 weiter verbessert. So stieg der Umsatz um 5 % auf 33,72 Milliarden Euro. Im Durchschnitt waren die Werkstätten im vergangenen Jahr mit 86 % ausgelastet. Das entspricht dem Wert des Jahres 2017. Gründe für die gestiegenen Umsätze sind zum einen die deutlich erhöhten Unfallreparaturkosten sowie zum anderen das verbesserte Wartungsverhalten der Fahrzeughalter. So wurden 2018 pro Fahrzeug 0,9 Wartungsarbeiten durchgeführt. Damit wurde das Niveau von 2013 wieder erreicht.

Die Automobilhersteller müssen bei der Hardwarenachrüstung kooperieren

Nachdem seit dem 28.12.2018 die technischen Kriterien für die Hardware-Nachrüstung von Diesel-Pkw vorliegen, sieht ZDK-Präsident Karpinski jetzt die Hersteller der Nachrüstsysteme gefordert, so schnell wie möglich genehmigungsfähige Systeme zu entwickeln. „An die Automobilhersteller richtet sich unser dringender Appell, jetzt mit den Anbietern von Nachrüstsystemen zu kooperieren“, sagte Karpinski. So lasse sich eine schnelle und bestmögliche Anpassung dieser Systeme an die jeweiligen Fahrzeugmodelle realisieren. Bezogen auf die Diskussion um die Stickoxid-Grenzwerte setzt sich auch der ZDK für eine Überprüfung ein: „Wir brauchen klare Aussagen zu den strittigen Themen: Wie wird die Gesundheit tatsächlich von Stickoxid belastet? Stehen die Messstellen am jeweils richtigen Platz? Sind Fahrverbote verhältnismäßig?“, so der ZDK-Präsident.

Attraktive Berufsbilder für junge Menschen

Positiv für das Kraftfahrzeuggewerbe ist die ungebrochene Attraktivität und Anziehungskraft der Branche für den Nachwuchs. So schlossen die Autohäuser und Werkstätten im Jahr 2018 mit 23415 jungen Menschen Ausbildungsverträge zum Kfz-Mechatroniker ab. Das waren 5,4 % mehr als im Jahr 2017. Im Ausbildungsberuf Automobilkaufmann/-frau wurden 5 445 neue Azubis eingestellt, 2,9 % mehr als in 2017.

Damit verzeichnen beide Berufsbilder bereits im fünften Jahr in Folge steigende Ausbildungszahlen. Insgesamt bildet das Kfz-Gewerbe zurzeit 93 350 junge Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen aus.

Die Anzahl der Kfz-Betriebe ist im vergangenen Jahr um 720 Betriebe bzw. 1,9 % auf 36 750 im Vergleich zu gesunken. Die Gesamtzahl unterteilt sich in 15 200 fabrikatsgebundene und 21550 freie Betriebe. Bei den Markenwerkstätten wurden 1080 Betriebe bzw. 6,6 % weniger gezählt als im Jahr 2017, bei den freien Betrieben sind es 360 Betriebe bzw. 1,7 % mehr.

Insolvenzen und Händlernetzverschlankung

Der Rückgang der Gesamtzahl ist unter anderem durch Unternehmensinsolvenzen sowie die fortlaufende Verschlankung der Händlernetze begründet. Erfasst sind alle organisationsfähigen Betriebe ab einer jährlichen Umsatzgröße von 100000 € aufwärts. Entsprechend veränderte sich die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 441000, das sind 1,9 % weniger als im Jahr 2017.

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