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Immer dann, wenn eine neue Technologie eingeführt wird, gibt es zu Beginn einen riesigen Hype.
Bei genauerer Betrachtung jedoch stellen Experten dann fest, dass sich Probleme auftun, die zuvor bei der Entwicklung der alternativen Antriebe niemand bedacht hat. Bei der Elektromobilität zum Beispiel ist die Geräuschkulisse Segen und Fluch zugleich. Jeder von uns Autofreunden erinnert sich an die VW Werbung, die inmitten in einer großen Innenstadt spielt und eine elektromobile Fahrzeugkolonne um einem großen Verkehrskreis leitet. Alles in absoluter Stille. Gegenstand der Werbung soll sein, dass mit der Elektromobilität, also der „Mobilität der Zukunft“ Geräuschemissionen bis fast zum 0 Pegel vermieden werden können.

Leise Mobilität kann ein Segen für belastete Städte sein. Aber sie birgt auch Gefahren

Für Anwohner und Natur ist die Ruhe sicherlich ein Segen. Was ist aber nun mit Menschen – und -darüber hat bisher noch niemand nachgedacht, auch Tieren, die sich an diese Geräuschkulisse des Stadtverkehrs gewöhnt haben? Denken wir darüber hinaus auch an blinde und sehbehinderte Menschen die sich weitgehend über ihr Gehör orientieren. Da Elektroautos aber so leise sind, dass man sie beim herannahen kaum hören kann, bergen sie eine riesige Gefahr. In Deutschland hat der Gesetzgeber hier schon eingegriffen und eine Art „Geräuschpflicht“ erlassen. Ab 2020 sind alle Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb verpflichtend mit einer Soundanlage auszustatten, die bis 20 km/h ein Geräusch erzeugt, das den Benzinern und Dieselfahrzeugen ähnelt. Dadurch sollen schlimme Unfälle mit blinden uns sehbehinderten Menschen vermieden werden.

Nicht alle sind für eine Soundanlage mit künstlichen Fahrzeuggeräuschen

Einige Fahrer von E-mobilen sehen in diesem Gesetz einen weiteren Punkt, der neben einer fehlenden Ladeinfrastruktur, die Attraktivität der E-mobilität weiter herabsetzen könnten. Schließlich entscheide man sich ja bewusst für das entspannte und leise Fahren. Die Entwickler versprechen jedoch, dass man im Innenraum der Fahrzeuge, die künstlichen Fahrgeräusche nicht wahrnehmen wird. Es bleibt also wirklich spannend, wie sich diese neue Form der Mobilität weiter entwickeln wird. Zu hoffen bleibt allerdings, dass aktuelle Modelle auch in Zukunft weiter gefahren werden dürfen. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die early adopter Strafe für ihren Pioniergeist zahlen müssen.

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