Foto: PKWFokus

Auf dem diesjährigen Caravan Salon in Düsseldorf gab es für viele Besucher, vor allem für jene, die sich weitgehend für Kastenwagen interessieren, nur ein Thema: Der neue VW Grand California. Die Designstudien im letzten Jahr und die Presseberichte warfen ihre Schatten voraus. Geradezu futuristisch kündigte VW Nutzfahrzeuge das neue Campingfahrzeug an. Und in der Tat: Wie ersten Design Entwürfe der Ingenieure ließen aufhorchen. Auf Basis des neuen VW Crafter hatten die Ingenieure ausreichend Platz, etwa im Unterschied zum kleineren VW Bulli die Visionen von modernem Camping umzusetzen.

Dabei ist nicht zu vergessen, dass der Crafter im Vergleich zu einem klassischen Wohnmobil als ultramobil anzusehen ist. Mit der neuen Kastenwagen Generation – nicht nur der von VW – ist es also möglich, auch die engen Küstenstraßen in Frankreich oder etwa Kroatien zu passieren. Entspanntes Reisen also wie es mit einem großen Wohnmobil nicht so einfach möglich wäre und mit einem angehangenen Caravan, eher in Stress ausartet.

Trotz großer Verlautbarungen im Vorfeld, wenig Innovation

Doch wie bereits in einem vorangegangenen Artikel erläutert, konnte VW an die hohen Erwartungen seiner Fans nicht anschließen. Das für Campingverhältnisse zunächst extrem futuristische Design mit einem Ultra-Panoramadach sowie einem TV-Beamer im Schlafbereich wurden in die Serienversion, die es ab Februar 2019 zu kaufen geben soll, nicht übernommen. Auch der futuristische „Heckkoffer. Der den Schlafbereich verlängern sollte, wurde nicht übernommen. Aus einer konservativen Perspektive lässt sich festhalten, dass VW mit seinem Grand California in der Serienversion nichts weiter unternommen hat, als einen Komplettumbau des Crafter von einem Nutzfahrzeug in einem Camper. Damit liegt VW in puncto Innovation aber weit hinter anderen Herstellern, die die zum Teil sehr gleichen Ideen teilweise auch mit dem Crafter schon vor 2 Jahren deutlich ausgeklügelter vorstellen konnten.

Preisansage beeindruckt die Konkurrenz nicht

Liest man in der einschlägigen Fachpresse nach, so herrscht das Gerücht vor, dass die anderen Kastenwagenhersteller von dem günstigen Einstiegspreis, der für den Grand California bei knapp über 50.000 € liegt, geschockt seien. So ganz nachvollziehbar ist die Aussage letztlich aber nicht. Die Fahrzeuge von VW starten gewissermaßen erst zu dem Preis. Bei Hymer, Pössl oder Hobby aber finden sich zu dem Preis schon gut ausgestattete Kastenwagen mit deutlich größerem Schlafplatzangebot.

Innovationen im Prototyp hätten vermutlich den Kostenrahmen des Fahrzeugs gesprengt

Festzuhalten bleibt, dass die Ingenieure bei VW einen großen Fehler begangen haben die vorgestellten Innovationen nicht tatsächlich in die Serienversion übernommen zu haben. Zwar sind die Bedenken von VW nachvollziehbar, dass der Preis für das Fahrzeug dann ins unermessliche Dimensionen gestiegen wäre, doch macht bekanntlich immer auch der Markt den Preis. So stößt VW nun in ein längst beackertes Feld. Letztlich reicht es dabei nicht nur über eine starke Marke zu verfügen.  Die Kompetenz und Erfahrung der anderen Hersteller im Bereich der Kastenwagen dominiert hier. Aber eine Weiterentwicklung wird sicherlich zu erwarten sein.

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